Unser Besuch in Ede

Am Mittwoch, dem 13. Juni 2018, traten wir, der Niederländischkurs der Klassen 16H30 und 17H20, unseren Gegenbesuch bei unserer Partnerschule in Ede an. Zwei Monate war es nun schon her, dass wir uns an unserer Schule kennengelernt und in unser gemeinsames Projekt mit dem Arbeitstitel „Deutschland und die Niederlande – ein Kulturvergleich“ eingestiegen waren.

Nach einer etwa anderthalbstündigen Fahrt mit dem Reisebus staunten wir nicht schlecht, als wir das riesige Gebäude des Dulon College, einem Teil des ROC A12, erblickten. Es war in jeder Hinsicht beeindruckend. Das Erste, was mir auffiel, war die überdimensionale Fahrradgarage neben dem Hauptgebäude. Im Inneren sah man zunächst die Rezeption, die der eines noblen Hotels ähnelte. Während wir in der Lounge rechts neben dem Eingang Platz nahmen, griff eine Sekretärin zum Telefon und rief oben bei der niederländischen Lehrerin an, um unsere Ankunft mitzuteilen.

Die Lehrerin kam auch in kürzester Zeit, um uns zu begrüßen und nach oben zu führen. In einem großen Raum trafen wir wieder auf die niederländischen Schülerinnen, die wir am 11. April 2018 in Essen kennengelernt hatten. Es wurden Getränke angeboten, während die niederländische Lehrerin und ihre von Ursprung österreichische Kollegin in beiden Sprachen den Ablauf erklärten.

Dann begaben wir uns in unsere bestehenden binationalen Teams, um unsere Plakatpräsentationen zu den Themen „Feste und Feiertage“, „Essen und Trinken“, „Wohnen“, „Musik“ und „Film“ in Deutschland und den Niederlanden vorzubereiten. Dort stellte man bereits Unterschiede fest, da die Niederländerinnen viel spontaner an die Plakatgestaltung herangingen als wir. Da mussten wir Deutschen schon mal unsere visuellen Pläne verwerfen, als die Niederländerinnen scheinbar wahllos anfingen Bilder aufzukleben. Auch die Kommunikation erwies sich in manchen Gruppen als nicht ganz leicht, sodass wir uns in einem bunten Mix aus Deutsch, Niederländisch und Englisch verständigten.

Danach wurde eine Mittagpause abgehalten, in der jeder ein „lunchpakket“ mit echt holländischen „broodjes“, einem Schokoriegel oder Stück „ontbijtkoek“ und einer Caprisonne erhielt. Ein sehr nettes Mädchen, das leider nicht zu meinem Team gehörte, führte mich durch seine Schule. Die Caféteria war sehr groß und aufgrund der riesigen Fensterfronten sehr hell und lichtdurchflutet. Wie ich erfuhr, ist dort alles erdenkliche Essbare von Salat über Pizza bis hin zur traditionellen „frikandel“ und Schokolade erhältlich.

Trotz der anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten waren die Präsentationen, die nach der Mittagspause gehalten wurden, äußerst informativ und die Plakate kreativ gestaltet. Einen besonderen Anreiz hierfür bot der Preis, der uns für das beste Plakat in Aussicht gestellt worden war, und tatsächlich wurde das Team „Essen und Trinken“ später in der Kaasboerderij Hoekelum mit einem frischen „appelgebak“ belohnt.

Um 13.15 Uhr sind wir Deutschen wieder in den Bus gestiegen und zu der besagten Kaasboerderij Hoekelum aufgebrochen, während die Niederländerinnen mit ihrem „brommer“, Fahrrad oder Auto vorgefahren sind. Unser Busfahrer hatte zunächst Probleme, die Käserei zu finden, da alle Wege „Edeseweg“ zu heißen schienen, doch nach einer kleinen Irrfahrt trafen wir dort ein.

Die Kaasboerderij Hoekelum ist ein nettes, altes Bauernhaus, in dessen Erdgeschoss ein kleines Café beherbergt ist, das sehr schön dekoriert war. Im Untergeschoss befindet sich die eigentliche Käserei, in der wir dann auch unseren eigenen Gouda hergestellt haben. Der Mann von der Käserei hat uns die einzelnen Arbeitsschritte sehr genau und zweisprachig erklärt.

Als wir Deutschen nach dem zweieinhalbstündigen Workshop die Heimreise antraten, hatten wir nicht nur neue Informationen über unser Nachbarland erhalten, sondern auch einen handgemachten Käse als Mitbringsel, selbst wenn es noch fünf Wochen dauert, bevor man ihn verzehren kann.

Julia Moorkamp (16H30)