Austausch zum Thema Arbeitswelten in Finnland 2022

Wir - Sarah Decker und Leonie Wendt – sind zwei Schülerinnen der Höheren Handelsschule und waren in der Woche vom 28.08.2022 bis zum 03.09.2022 in Essens Partnerstadt Tampere (Finnland) zu Gast. Doch wie kam es dazu? Was durften wir dort erleben? Wie haben wir uns dort gefühlt? Dazu kommen wir jetzt.

Anfang Mai 2022 hat uns unsere Klassenlehrerin aus dem Unterricht geholt und uns erzählt, dass der Verein Essener Europaschulen in Zusammenarbeit mit den Städten Essen und Tampere ein Projekt mit dem Titel „Arbeitswelt“ plant. Zunächst sollten die zehn weiterführenden Europaschulen unserer Stadt, zu denen auch das Robert-Schuman-Berufskolleg gehört, jeweils zwei Schüler/innen nach Tampere entsenden. Daraufhin fragte unsere Klassenlehrerin uns, ob wir nicht Lust hätten, an dem Austausch teilzunehmen.

Wir waren erst einmal erstaunt, dass an uns gedacht und uns diese Chance geboten wurde, schauten uns an und sagten ohne zu zögern Ja. Dann wurde uns mitgeteilt, dass nicht nur wir gefragt worden seien, sondern auch noch vier weitere Schüler/innen aus zwei Parallelklassen. Also war es auch noch gar nicht sicher, ob wir beide fahren würden. Am Ende hat das Los aber für uns entschieden, worüber wir beide uns riesig gefreut haben. Unsere Vorfreude wurde immer größer und größer. Wir waren zwei von insgesamt 20 Schülerinnen und Schülern, die mit nach Tampere reisen durften!

Nach einem Vorbereitungstreffen, das am 16.08.2022 stattfand und uns die Gelegenheit gab, schon einmal einen ersten Eindruck von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den beiden begleitenden Lehrkräften vom Grashof Gymnasium zu gewinnen, ging es am Sonntag, den 28.08.2022 dann endlich los. Wir flogen von Düsseldorf über Paris nach Helsinki (Finnland) und von dort aus ging es noch zwei Stunden mit dem Zug weiter, ehe wir endlich in Tampere eintrafen. Nach weiteren zehn Minuten war unser Hostel erreicht und wir fielen, da es aufgrund der Zeitverschiebung schon sehr spät war (in Finnland gehen die Uhren eine Stunde vor) und am nächsten Tag direkt ein Schulbesuch anstand, sofort ins Bett – übrigens in Dreibettzimmern, die jeweils mit Schülerinnen oder Schülern von drei unterschiedlichen Essener Europaschulen besetzt wurden.

Am nächsten Tag wurde uns sofort eines klar: Die finnischen Schulen sind den deutschen, was die Technik angeht, offenbar weit voraus, denn jeder Klassenraum der Tammerkosken lukio, die wir am Montag erkunden durften, ist mit zwei Leinwänden und zwei Beamern ausgestattet. Alle Schülerinnen und Schüler bekommen von der Schule einen Computer gestellt und brauchen somit kein Papier mehr. Außerdem verfügt die Tammerkosken lukio über einen Fitnessraum, eine Bücherei, ein Theater, einige Kunsträume und eine Cafeteria, das heißt über viele Räumlichkeiten, in denen sich die Schüler/innen in den Pausen aufhalten dürfen.

Die Tammerkosken lukio oder vielmehr das ganze finnische Schulsystem ist außerdem sehr auf Sprachen spezialisiert, die Finnen lernen dort u. a. Finnisch, Englisch, Deutsch und Dänisch, und ihre zweite Fremdsprache ist tatsächlich nicht Englisch, sondern Schwedisch. Wir wurden in kleinen Gruppen finnischen Schülerinnen und Schülern zugeteilt, die wir dann in den Unterricht begleiten durften. Diese sprachen Englisch mit uns, während die Unterrichtssprache Finnisch war. Es war ein tolles Erlebnis. Anschließend erkundeten wir in den Kleingruppen die Stadt Tampere. Sie ist sehr schön und lebendig.

In den beiden darauffolgenden Tagen schauten wir uns finnische Unternehmen wie beispielsweise Platform 6, Futurce und Happy or Not an. Außerdem besichtigten wir das Rathaus, die Markthalle und das Museum Finlayson 200 zum Thema Arbeitswelt, was ebenfalls ziemlich interessant war.

Am Donnerstag haben wir dann zusammen die Universität Tampere besucht, die recht groß wirkt. Jede Dozentin und jeder Dozent hat dort sogar seinen eigenen Seminarraum für Lehrveranstaltungen. Das soll sich aber in naher Zukunft ändern, um Studentenzimmer einrichten zu können. Die Universität legt ebenfalls einen sprachlichen Schwerpunkt, sodass man dort neben Deutsch, Englisch, Dänisch, Französisch und Schwedisch natürlich auch Finnisch studieren kann. Wir durften sogar den deutschen Dozenten und Autor Dieter Hermann Schmitz kennenlernen. Er ist sehr nett, kommt gebürtig aus Deutschland, lernte in Finnland seine (finnische) Frau kennen und zog dann nach Tampere. Anlässlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft war er nach unserer Rückkehr aus Finnland, am 19.10.2022, im Essener Rathaus zu Gast und las aus seinem Roman Finnisch verheiratet. Oder: Auf der Suche nach dem finnischsten aller Worte vor, was wir uns natürlich nicht haben entgehen lassen.

Am Freitag, den 02.09.2022 war dann schon unser Abreisetag. Mit dem Zug fuhren wir nach Helsinki mit einer Zwischenübernachtung, ehe wir am Samstag, den 03.09.2022 nach einer Stadtrundfahrt durch die finnische Hauptstadt den Rückflug über Amsterdam nach Düsseldorf antraten. Dank unseres europäischen Engagements dürfen wir nun, am Montag, den 07.11.2022, in Begleitung von der Schulleiterin, drei Lehrerinnen und unserem Mitschüler Swjatoslaw Kudrin an der Jahrestagung der Europaschulen NRW im Düsseldorfer Landtag teilnehmen. Dort werden die sogenannten „Pionierschulen“ geehrt, die bereits seit 15 Jahren den Titel „Europaschule“ tragen.

Zudem steht im März 2023 ein Gegenbesuch aus Tampere an, auf den wir uns schon sehr freuen.

Sarah Decker und Leonie Wendt (21HM3)


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